52 Games #52: Abschied

BastionWas, schon? Das kam nun etwas überraschend. Aber es stimmt tatsächlich: Das letzte Thema des 52-Games-Projekts ist erreicht und irgendwie fühlt es sich überhaupt nicht so an, als ob das Ganze vor ziemlich genau einem Jahr gestartet wäre. Für Tränen verdrücken und Taschentuchwedelei soll hier aber kein Platz sein. Eine Retrospektive auf das Projekt wird es in naher Zukunft sicherlich auch noch geben, für den Moment soll sich aber alles – ganz passend – um Abschied drehen:

Als Kid zu sich kam, verstand er erst einmal gar nichts. Die schier endlose Weite um ihn herum trug sicherlich ihren Teil dazu bei. Dann und wann schwebte eine Bodenfliese, eine Säule oder einfach nur ein unförmiges Trümmerteil an ihm vorbei. Auf einem solchen erhob er sich schließlich mit wackeligen Beinen. Die kosmische Stille währte jedoch nicht lange. Schon bald vernahm Kid die Stimme: Ihr rauer und gegerbter Klang ließ erahnen, dass ihr Besitzer so einiges zu erzählen wusste. Kid rannte los.

Immer weiter, immer vorwärts, immer getrieben und geleitet von der omnipräsenten Stimme. Kid begriff, dass seine Heimat Caelondia aufgehört hatte zu existieren. Hoffnung gab es trotzdem. Denn mit jedem weiteren Schritt entstand die Welt unter Kids Füßen neu. Bodenplatten und Wege fügten sich auf wundersame Weise zusammen. Ganz so als würde Kid in der Zeit zurückreisen. Irgendwann kam er in der Bastion an, der letzten Zuflucht für die Überlebenden und auch der Ort, an dem Kid schließlich auf den Mensch hinter der Stimme traf.

Von ihm bekam er die Aufgabe, die in der Welt verstreuten Energiekerne zu finden. Mit denen sei die Bastion in der Lage, die alte Welt vollständig wiederherzustellen. Das lässt sich Kid natürlich nicht zweimal sagen. Er sucht und findet einige Kerne, muss sich aber mit Hammer, Schwert, Bogen oder Donnerbüchse gegen Feinde zur Wehr setzen, die wie er die Katastrophe überlebt haben. Mit jedem gefundenen Kern wird die Bastion leistungsfähiger. Neue Läden eröffnen und verkaufen Kid bessere Ausrüstungsgegenstände, machen ihn stärker, schneller, leistungsfähiger.

Doch irgendwann stellt der alte Mann mit der großartigen Stimme Kid vor eine schwierige Entscheidung: Die Bastion ist weit mehr als ein Zufluchtsort. Mit den gesammelten Energiekernen könne sie sogar die Zeit zurückdrehen, bis vor die weltenzerstörende Katastrophe. Freunde und Familie wären wieder am Leben, all das Leid und die Einsamkeit wären vergessen. Und dennoch besteht eine nicht gerade kleine Chance, dass Caelondia irgendwann erneut in Stücke gerissen wird.

Aber so muss es nicht kommen. Statt am Rad der Zeit herumzuspielen, könnten Kid und die restlichen Überlebenden auch einfach mit der Bastion die Segel setzen und ins große Unbekannte aufbrechen. Es wäre ein Ausbruch aus dem ewigen Kreislauf von Zerstörung und Wiederherstellung. Für mich war es auch das einzig richtige Ende von Kids Geschichte. Mit der Wiederherstellung hätte man Caelondia nur eine zeitlich begrenzte Existenz verschafft. Der Abschied hingegen ist um einiges ungewisser, bietet aber auch ungeahnte Möglichkeiten. Wie sagt man noch gleich? Jedem Ende wohnt ein Anfang inne? Im Falle von Bastion stimmt das wohl.

Dieser Artikel zum Thema “Abschied” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s