52 Games #44: Verschwörung

Deus Ex

Das blöde an vielen 52-Games-Themen ist, dass mir sofort ein passendes Spiel einfällt. Was daran so blöd ist? Schließlich lässt sich somit doch eine Menge Zeit bei der Themensuche einsparen. Zeit, die man wiederum in den Text selbst investieren kann. Ich sage euch was daran so blöd ist: Die jeweiligen Spiele sind immer die erstbeste Assoziation und damit auch ziemlich langweilig. Dahinter steht keine großartige Denkleistung, sondern nur ein Gehirnreflex. Wie wenn man auf „Leben“ spontan mit „Tod“ antwortet, auf „Erdbeere“ mit „Marmelade“ oder eben auf „Verschwörung“ mit „Deus Ex“. Verdammt.

Deus Ex erschien zu einer merkwürdigen Zeit: Sorcs, Barbs, Amas, Necs und Palas machten max MF Runs auf Mephi, um max Unis zu looten und diese danach zu dupen oder zu mulen. Zur selben Zeit litten geschätzte 60% der Weltbevölkerung an akuter Sehnenscheidenentzündung. Alles nur Zufall oder war diese Kombination psychischen und physischen Verfalls mal wieder das Werk der Illuminaten? Nein, diesmal nicht. Stattdessen geht der schwarze Peter an Blizzard. Wen man damals auch gefragt hat, jeder schien Diablo 2 zu spielen. Nur ich nicht. Stattdessen entwirrte ich als J.C. Denton im Jahr 2052 ein kompliziertes Netz aus Intrigen, Verschwörungen und Weltherrschaftsplänen.

Wegweisend war Deus Ex vor allem wegen seiner großen Handlungsfreiheit. J.C. Denton war in kein starres Korsett gepresst, sondern durfte sich dank Skillsystem und Implantaten ganz nach den Wünschen des Spielers entwickeln. Das Schöne daran: Deus Ex bot allen Varianten genügend Raum zur Entfaltung. Ein brillantes Computergenie konnte das Spiel ebenso abschließen wie ein Schleichexperte oder Mann fürs Grobe. Alles schön und gut, doch als Fan von Akte X hat mich die Story immer am meisten fasziniert.

Deus Ex bedient sich nämlich nicht nur bei einer Verschwörungstheorie, sondern ist ein Potpourri aus vielen verschiedenen. 2052 kämpfen Illuminaten, Templer und Triaden um die Weltherrschaft, Organisationen wie Majestic 12 streben eine Neue Weltordnung an. Dafür werden von Menschenhand kreierte Seuchen auf Großstädte losgelassen und Regierungen mit einem Heilmittel erpresst. In der Area 51 werden zwar keine Aliens versteckt, dafür aber Künstlichen Intelligenzen entwickelt, die die globalen Kommunikationswege kontrollieren sollen. Und, und, und…

Mittendrin steckt J.C. Denton und weiß nicht wem er trauen kann und wem nicht. Gehört die Anti-Terror-Einheit UNATCO womöglich gar nicht zu den Guten? Das würde ja bedeuten, dass Agent Denton die ganze Zeit dem Feind in die Hände spielt. Aber wer ist eigentlich der Feind? Die Triaden? Die eigene Regierung? Was wird hier eigentlich gespielt? Obwohl die Geschichte einmal quer durch das Verschwörungsbeet pflügt, fügt sich alles am Ende tadellos zusammen. Übrigens gibt es eine wunderbare Möglichkeit, um die mit Paranoia durchsetzte Atmosphäre von Deus Ex auch im Alltag genießen zu können: Man google dafür einfach mal ein paar der Organisationen und Orte, die im Spiel Erwähnung finden. Aber Vorsicht: Trustno1!

Dieser Artikel zum Thema “Verschwörung” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

4 Gedanken zu „52 Games #44: Verschwörung

  1. Pingback: [52 Games] Thema 45: Hygiene » Zockwork Orange

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