52 Games #36: Comic

Das mit Comics und mir ist schon eine verzwickte Angelegenheit. Grundsätzlich bin ich den gezeichneten Bildchen nicht abgeneigt, ganz im Gegenteil. Doch immer wenn ich mich gedanklich dazu durchgerungen habe, mich näher mit der Materie zu befassen, zückt mein Verstand den Radiergummi und löscht alle bis dahin gefassten Entschlüsse erbarmungslos aus. Denn: Wo soll man bloß anfangen? Marvels Hausmarken existieren nun schon seit mehreren Jahrzehnten. Unzählige Handlungsstränge und Reboots machen den Einstieg nicht gerade leicht. Und dann ist da noch die Sache mit den Superhelden an sich: Müssen die alle so verstrahlt und abgedreht sein? Können nicht einfach alle wie Batman sein? Ach, Batman. Der nachweislich beste Superheld aller Zeiten.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann ist mein Problem mit Comics gar kein allgemeines, sondern bezieht sich explizit auf die Fledermaus. Gibt es eigentlich Leute, die die Animated Series (wo gibt es die eigentlich käuflich zu erwerben?!) früher nicht abgöttisch geliebt haben? Über die frühen Verfilmungen und spätere Wiederbelebung durch Christopher Nolan muss man auch nicht viele Worte verlieren, die sind schließlich ebenfalls super. Kurz: Ich mag, nein, liebe das Batman-Universum und kenne mich recht gut darin aus, ohne jemals – und da wären wir wieder beim Problem des Einstiegs – einen Comic in der Hand gehabt zu haben. In Zeiten von gut gepflegten Fan Wikis stellt das aber auch kein großes Problem dar.

Was mich an Batman immer so gereizt hat, war in erster Linie nicht der relativ normale Held, sondern seine unzähligen Widersacher. Von denen bot Batman: Arkham City gleich ein ganzes Dutzend. Zwar stellte Hugo Strange die unmittelbare Bedrohung für die Fledermaus dar. Trotzdem wurde nicht auf altbekannte Gesichter wie Joker, Two-Face oder Pinguin verzichtet. Batman wurde vom Riddler von einem Rätsel zum nächsten gescheucht oder ging mit Bane eine kurzzeitige Allianz ein. Mr. Freeze wurde in einem sehr taktischen Bosskampf zur Strecke gebracht und auf der Jagd nach Deadshot und Hush kamen auch die detektivischen Fähigkeiten der Fledermaus zum Einsatz. Und das war gerade mal ein Teil der Schurken, die auch tatsächlich in Arkham City zu finden sind.

Denn eigentlich ist Arkham City der spielgewordene Fanservice. Überall lassen sich Anspielungen auf die verschiedensten Figuren des Batman-Universums finden. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Wir starten das Spiel etwa auf dem ACE Chemicals Gebäude, jenem Ort, an dem der Joker zu dieser wahnwitzigen Karikatur eines Clowns geworden ist. Hinter dem Monarch Theatre stoßen wir auf die Gasse, in der Bruce Waynes Eltern ermordet wurden. Und das Museum des Pinguins strotzt nur so vor bekannten Ausstellungsstücken. Dieser aberwitzige Detailgrad macht Arkham City zu einer extrem glaubwürdigen und atmosphärisch dichten Spielwelt. Fast scheint es so, als könne man das komplette Batman-Universum frei erkunden.

Apropos frei erkunden. Wer auch immer auf die Idee kam, Batmans Bewegungsfreiheit weiter auszubauen: ich möchte ihn heiraten und ganz viele Kinder mit ihm machen. Denn kaum etwas anderes, nicht mal die Schlägereien und vielfältigen Gadgets, vermag dieses Ich-bin-Batman-Gefühl so sehr zu vermitteln, wie jene Momente, in denen man über die Dächer von Arkham City gleitet, nur um sich dann einem Raubvogel gleich auf die nächste arglose Gangstergruppe zu stürzen. Hach. Perfekte Comicversoftung, dieses Batman: Arkham City.

Dieser Artikel zum Thema “Comic” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

3 Gedanken zu „52 Games #36: Comic

  1. Pingback: [52 Games] Thema 37: Trauer » Zockwork Orange

  2. Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen! Was für ein grandioses Spiel und dabei noch so dermaßen authentisch im Batman-Universium, das es nur so eine Freude ist. Das Gleiten ist sogar noch besser als bei InFamous 2 – und da war es schon verdammt gut umgesetzt. Wann kommt denn endlich die Fortsetzung von Arkham City?!😉

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