52 Games #32: Steampunk

Gigantische Maschinen, dampfgetriebene Apparaturen und eine gesunde Prise Verrücktheit. So stelle ich mir zumindest Steampunk vor. Stimmt mit der eigentlichen Definition dieses Genres aber wahrscheinlich nicht überein. Die Wikipedia verwendet in diesem Zusammenhang den schönen Begriff Retro-Futurismus. Nützt aber auch nichts, denn in dieser Woche des 52-Games-Projekts stehe ich leider auf dem Schlauch.

Meine erste Assoziation war Arcanum, ein Rollenspiel des leider viel zu früh geschlossenen Entwicklerstudios Troika Games. Allerdings weiß ich darüber nur noch, dass es in einer klassischen Fantasywelt spielte, in der der aufkeimender Fortschritt für Konflikte zwischen Technikjüngern und Magienutzern sorgte. Eine grundsätzlich spannende Ausgangssituation. Wären da nicht der knackige Schwierigkeitsgrad und die unzähligen Bugs gewesen, die mir das Weiterspielen relativ früh unmöglich machten.

Und dann wird die Luft auch schon ziemlich dünn. Selbst ein Blick auf eine entsprechende Liste sorgte eher für hochgezogene Augenbrauen als für die rettende Idee. Bioshock soll Steampunk sein? Ernsthaft? Oder Machinarium? Du auch, Batman: Arkham City? Auch wenn ich nicht ausschließen möchte, dass so mancher Eintrag in der Liste einem besonders witzigen User zu verdanken ist, so kommt in mir der Verdacht auf, dass es sich bei Steampunk generell um einen äußerst unscharf definierten Begriff handelt. Zudem scheinen reinrassige Steampunk-Spiele Mangelware zu sein. Die Liste erscheint somit wie eine Sammlung von Titeln, in denen sich auch nur ein Fitzelchen dieser Stilrichtung zu finden ist.

Ganz anders sieht es mit dem quasi omnipräsenten Cyberpunk-Genre aus. Ich könnte ohne groß nachzudenken fünf bis zehn Spielenamen in den Raum werfen, die nicht nur einige wenige Kennzeichen aufweisen, sondern durch und durch Cyberpunk sind. Woran liegt das bitteschön? Ist Steampunk nicht nur retro-futuristisch, sondern schlichtweg „veraltet“? Mangelt es ihm womöglich sogar an Substanz? Eine direkte Gegenüberstellung macht es deutlich: Der Cyberpunk befasste sich schon immer mit nicht allzu fernen Problemkomplexen. Was macht den Mensch zu dem was er ist? Dürfen wir Gott spielen? Wie könnte die Welt in der nicht allzu fernen Zukunft aussehen? Dagegen wirkt der Steampunk wie ein in der Vergangenheit schwelgender Styler, der jegliche Tiefe vermissen lässt.

Und mal ehrlich: Es wäre schade wenn dem wirklich so wäre. Leider fehlt es noch an Spielen, die das ganze Potenzial dieser Stilrichtung auszuschöpfen wissen. Mit Dishonored und Bioshock: Infinite könnte sich das ändern. Hoffen wir das Beste.

Dieser Artikel zum Thema “Steampunk” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

2 Gedanken zu „52 Games #32: Steampunk

  1. Pingback: [52 Games] Thema 33: Teamwork » 52 Games » Zockwork Orange

  2. Also, Bioshock war ja das erste und lange einzige Spiel, dass mir zu Steampunk eingefallen ist.😉
    Das zeigt wohl, wie schwammig dieses Genre doch ist und dass jeder seine ganz eigene Definition davon hat…

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