52 Games #28: Ausdauer

Kennt ihr noch den Duracell-Hasen? Außen nur rosa und flauschig, innen aber mit einer High-End-Batterie ausgestattet, die – wenn man der Werbung von damals glaubt – „entscheidend länger als Zink-Kohle-Batterien“ hält. Cyberpunk der 80er Jahre wenn man so möchte. Seine schier unerschöpfliche Energiequelle verhalf dem Plüschhasen zu exzeptioneller Ausdauer. Erste Modelle konnten ununterbrochen trommeln, später gab es auch die hoppelnde Variante. Ein Beispiel am Duracell-Hasen hat sich auch Bit.Trip Runner genommen. Dessen Held, Commander Video, macht es nämlich ganz genauso: Er rennt und rennt und rennt und rennt und rennt…

… und springt und blockt und kickt und rutscht. Das sind auch schon alle Fähigkeiten, die der Spieler im richtigen Moment einsetzen muss. Wie auf einem Fließband wirft einem das Spiel verschiedenste Hindernisse in den Weg: Steine werden mit einem Sprung überwunden, gelbe Pixel mit einem Schild reflektiert, Hindernisse wie Kisten oder Kristalle mit einem gut getimten Kick zerlegt und wenn es ganz eng zu werden droht, rutscht Commander Video einfach unter dem Hindernis durch. Aber ein Fehler genügt und man startet wieder am Anfang des Levels.

Das alles klingt zwar äußerst simpel, gestaltet sich aber in späteren Abschnitten ziemlich kniffelig. Dann ist es unumgänglich, sich den Aufbau des Levels und die Kombination der Hindernisse einzuprägen. Schließlich entsteht daraus eine dem Level angepasste Choreografie. Ausdauer muss also nicht nur Commander Video beweisen. Probiert habe ich es noch nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die sich auch zur Not blind abspulen lässt, sofern man es darauf anlegt.

Den Spielen der Bit.Trip-Serie ist gemein, dass sie Musik auf ganz besondere Weise in den Spielverlauf einbinden. Bei Bit.Trip Runner funktioniert das folgendermaßen: Die Hintergrundmusik – übrigens ein ganz wunderbarer Chiptunes-Soundtrack von den Entwicklern selbst – kann über bestimmte Aktionen erweitert werden. Mit dem Sammeln bestimmter Extras können etwa weitere Tonspuren hinzugefügt werden, wohingegen korrekt ausgeführte Aktionen kurze Beats und Sounds erzeugen. Erst wenn man beides beherzigt, entfaltet sich der komplette Soundtrack. Ein wenig musikalisches Gefühl vorausgesetzt, ist es möglich das richtige Timing für Aktionen nur per Gehör zu ermitteln.

Bit.Trip Runner wird spätestens in der zweiten von drei großen Welten sackschwer. Die Motivation trägt aber keinen Schaden davon, eher ist das genaue Gegenteil der Fall. Ein Abschnitt gilt für mich erst als gemeistert, wenn jedes Goldstück unterwegs aufgesammelt wurde. Dass meine Schreibtischplatte, insbesondere deren Kante, einige verräterische Bisspuren aufweist, muss ich wohl nicht weiter erwähnen. Trotzdem bleibt Bit.Trip Runner mit seiner Retro-Optik und dem hörenswerten Soundtrack ein höchst unterhaltsames Geschicklichkeitsspiel.

Ich muss dann auch wieder. Denn Commander Video hat keine Zeit zu warten und rennt und rennt und rennt und….

Dieser Artikel zum Thema “Ausdauer” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

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