52 Games #24: Weltraum

Weltraum, Unendlichkeit, Perry Rhodan, fremde Planeten, Aliens, Raumschiffe, Laserstrahlen, Schwarze Löcher, Supernova, Raumstationen, Urknall, Fermi-Paradoxon, Astronauten, Hyperraum, Lichtgeschwindigkeit, Star Trek, Science-Fiction.

Soweit meine Gedankendeponie zum 24. Thema des 52 Games-Projekts. Der Weltraum ist mit seiner Unendlichkeit für mich nur schwer zu fassen. Von den physikalischen Formeln, die diesen schwarzen Raum erklären wollen, bekomme ich Schwindelanfälle, habe aber einen enormen Respekt vor den schlauen Köpfen hinter diesen Knäueln aus Zahlen und Buchstaben.

Mein Problem mit diesem Thema ist ein grundsätzliches: Weltraum ist für mich untrennbar mit Science-Fiction verknüpft. Und Science-Fiction und ich, wir sind nicht die besten Freunde, schon gar nicht in Videospielen. Ganz besonders schlimm sind Weltraum-Simulationen. Ihr wisst schon, Wing Commander, Freespace und wie sie alle heißen. Denn was sind diese Spiele, wenn nicht vollkommen unkreativ? Im Grunde haben wir es nämlich mit Abziehbildern militärischer Flugsimulationen zu tun, in denen der Himmel irdischer Krisengebiete gegen ein Sternenmeer ausgetauscht wurde. Unendliche Freiheit? Von wegen!

Anstatt dem Spieler die Unendlichkeit des Weltraums zu vermitteln, lässt man ihn gegen den durch Missionsziele definierten Begrenzungszaun stoßen: Du möchtest also zu dem grünen Planeten dort hinten? Tut uns leid, aber der ist leider nur Teil der Tapete.

Spiele, die uns Freiheit im All vorgaukeln sind selten. Freelancer ist so ein Spiel. Sicher, vor allem zu Beginn werden wir von einer Mission zur nächsten gescheucht. Doch mit jedem Debriefing bröckelt das starre Gerüst – der Weltraum öffnet sich. Schon nach wenigen Stunden darf man frei und ohne Beschränkungen zwischen den Sternensystemen Bretonia, Rheinland oder Liberty umherreisen. Davon ab lädt Freelancer aber auch zur Erkundung unerforschter Systeme ein, die zwar mit Piraten und aggressiven Aliens bevölkert sind, dafür aber auch besonders wertvolle Beute und Artefakte bergen.

Doch Freelancer geht noch einen Schritt weiter und erhebt seinen Namen zum Programm. Anstatt auf die Rolle des Kampfpiloten festgelegt zu sein, stehen dem Spieler nämlich eine ganze Reihe von Betätigungsfeldern offen: Ob Kopfgeldjäger, Söldner, Rennpilot, Händler, Schmuggler, Pirat – das All ist riesig und so auch die Möglichkeiten an Credits zu kommen. Selbstverständlich reagieren die einzelnen Systeme auf das Verhalten des Freelancers. Wer ständig Transportschiffe des Rheinland-Systems kapert, muss sich nicht wundern, wenn er beim nächsten Besuch von einer Jägerstaffel begrüßt oder selbst zum Opfer von Kopfgeldjägern wird.

Freelancer war für mich eine echte Ausnahmeerscheinung im Genre. Ganz bewusst verzichtete es auf dreifach belegte Tasten und das enge Missionskorsett anderer Vertreter. Vor allem ließ es mich aber die Größe des Weltalls spüren. Ich war Major Tom und Christoph Kolumbus in einem. Und das Gefühl habe ich in Weltraumsimulationen leider viel zu selten.

Dieser Artikel zum Thema “Weltraum” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

Ein Gedanke zu „52 Games #24: Weltraum

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