52 Games #17: FUUUUUUU


Na wunderbar. Eine Steigung. Wie war das noch gleich in der Fahrschule? Ach ja. Nach vorn lehnen und gefühlvoll Gas geben. Kurz bevor ich oben ankomme, verliere ich auch schon wieder die Kontrolle über meine Phoenix Evo 250cc. Das Vorderrad hebt sich immer weiter an und ehe ich die Hügelkuppe erreiche, mache ich einen Salto rückwärts – Crash!

Einen Tastendruck später bin ich wieder am letzten Checkpoint. Diesmal bin ich vorbereitet. 3, 2, 1, Go! Ich drücke gleich nochmal die Taste für einen weiteren Versuch. Mein Übermut hat wieder einmal das Steuer übernommen und einen ungewollten, aber beeindruckend anzusehenden Kickstart in einen Unfall verwandelt. Das kostet nicht nur Zeit, sondern bringt mir einen weiteren Fehlversuch ein. Als ich mich nur wenige Augenblicke später an anderer Stelle erneut mit meinem Motorrad überschlage, raste ich kurz mal aus und lege anschließend eine Pause ein.

In Trials Evolution liegen Glück und Frust nah beieinander. Das fehlerfreie Meistern eines scheinbar unbezwingbaren Parcours wechselt sich mit den dümmsten Fehlern, die ein Mensch überhaupt machen kann, ab. Die Einbindung der Freundesliste ist da nur ein weiteres Zahnrädchen in RedLynx‘ perfekt geschmierter Renn-Geschicklichkeits-Maschine. Hat man erst einmal die Zeit eines Freundes geschlagen, kann man sich sicher sein, dass dieser eine neue Bestzeit auf einer ganz anderen Strecke aufgestellt hat. So gerät das Spiel zu einer unterhaltsamen Sisyphusarbeit.

Aber nicht nur das fahrerische Können der Freunde nagt an den Nerven, sondern auch die Strecken selbst. Von ihrem Abwechslungsreichtum einmal abgesehen, scheinen diese nämlich genau so konzipiert zu sein, dass die Entwickler ganz genau wussten mit wie viel Karacho die Spieler an bestimmten Stellen angebrettert kommen. Oft überspringt man dank des zu hohen Tempos eine elementare Sprungschanze und landet im Abgrund. Sehr beliebt sind auch Schanzen, die einen bei zu viel Geschwindigkeit geradewegs in ein Hindernis katapultieren.

Trotz der enormen Anzahl von Frustmomenten kann man sich Trials Evolution nur schwer entziehen. Denn eigentlich liegt dem Ganzen ein simples Prinzip zugrunde, das sich nur aus richtiger Beschleunigung und Gewichtsverlagerung des Fahrers zusammensetzt. Ich habe außerdem die Feststellung gemacht, dass man in den frühen Morgenstunden die besten Ergebnisse erzielt. Dafür ist wohl der sanfte Wachkomazustand verantwortlich, dank dem die morgendliche Welt wie durch einen Schleier wahrgenommen wird und wir uns notgedrungen auf unsere Instinkte verlassen müssen. Dazu gehören scheinbar auch Gas geben und Gewicht verlagern.

Um auf die Strecke vom Anfang zurückzukommen: Mittlerweile bin ich bei guten 13 Fehlern, was für eine Strecke der Kategorie Hard gar nicht sooo schlecht ist. Den letzten Sprung habe ich zwar eben vermasselt, aber einen Tastendruck später … stehe ich wieder ganz am Anfang der Strecke. Habe ich da eben wirklich  „Restart Race“ anstatt „Return to Last Checkpoint“ gedrückt? FUUUUUUU!

2 Gedanken zu „52 Games #17: FUUUUUUU

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