52 Games #16: Wasser


Während Großstädte und eng besiedelten Landstriche durch einen Atomkrieg im Jahr 2077 nahezu vollständig zerstört werden, geht es für die Mojave-Wüste ziemlich glimpflich aus. Vor allem wenn man die restlichen Teile der Fallout-Saga kennt, könnte man den Eindruck gewinnen, als hätte das atomare Fegefeuer dort nie stattgefunden. Wo nichts ist, kann eben auch nichts zerstört werden. Leider kümmert sich die radioaktive Strahlung kein bisschen um diese Tatsache und verseucht auch noch die letzten Reste des Trinkwassers in diesem lebensfeindlichen Gebiet.

Wasser ist wohl die kostbarste Ressource im Mojave-Wasteland, was sich schon im zentralen Konflikt um den noch funktionstüchtigen Hoover-Damm andeutet. Die New California Republic, Caesar’s Legion und der mysteriöse „Herrscher“ über New Vegas, Mr. House, ringen um das Bauwerk. Wer den Damm kontrolliert, kontrolliert auch die Energieversorgung der umliegenden Gebiete. Der Spieler hat zunächst aber ganz andere Sorgen.

Denn mit Fallout: New Vegas wird erstmals der so genannte Hardcore Modus eingeführt. Die Spielfigur muss nicht nur auf ihre Gesundheit und Haltbarkeit der Ausrüstung achten, sondern hat nun auch ganz grundlegende Bedürfnisse, die gepflegt werden wollen und dem Spiel einen realistischeren Anstrich verpassen. Regelmäßige Mahlzeiten und Schlaf schützen beispielsweise vor dem Hungertod und Erschöpfung. Das eigentliche Problem ist aber die Dehydrierung, die sinnigerweise nur durch Aufnahme von Flüssigkeit verhindert werden kann. Logisch, dass das in einer Wüste, die dazu noch stark verstrahlt ist, ein riesiges Problem darstellt. Und zwar nicht nur für den Spieler selbst, sondern für die gesamte Spielwelt.

Sauberes Trinkwasser ist somit äußerst rar und dürfte in etwa den Wert eines Goldbarren für die Bewohner des Mojave-Wastelands haben. So ist man sehr oft dazu gezwungen in den sauren Apfel zu beißen und verseuchtes Wasser zu trinken. Seen und Pfützen sind dank der hohen Strahlenwerte und der aggressiven Fauna nur im äußersten Notfall zu empfehlen. Die Regel ist eher das Plündern längst verlassener Behausungen, in der Hoffnung einige Wasserflaschen zu finden. Auch das Waschbecken oder die Toilette können sich in der Verzweiflung als letzte Rettung vor dem Verdursten erweisen.

Sicherlich kann man den Hardcore Modus als nervigen Bonus betrachten. Für mich ist er jedoch eine sinnvolle Erweiterung des Spielprinzips. Darüber hinaus gewinnt die Welt von New Vegas an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Wenn sich ein alter Farmer über die Dürre beklagt und kaum noch seinen täglichen Weg zur weit entfernten Wasserquelle auf sich nehmen kann, steht meine Spielfigur nicht nur kopfkratzend daneben, sondern weiß genau wovon der Mann spricht. Und ich bin mir sicher, dass meine Spielfigur dem alten Mann ohne weiteres eine gefüllte Feldflasche in die Hand drücken würde.

Dieser Artikel zum Thema “Wasser” entstand im Rahmen des Projekts “52 Games” von Zockwork Orange.

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