Jahresrückblick 2011: Knöpfe drücken

Was Filme angeht war 2011 extrem überschaubar. Ganz anders bei den Spielen. Das letzte Jahr war vollgepackt mit hochkarätigen Titeln, vielen Fortsetzungen und ganz wunderbaren Indiespielen. Eine Top 5 zusammenzustellen käme einer Qual gleich. Da kommt mir der POLYGON Award von polyneux.de gerade recht. Eine fabelhafte Idee bei der ich mich doch glatt beteilige. Hier also meine 10 Lieblingsspiele 2011:


Die Spiele

Batman: Arkham City

Wenn es um Superhelden geht schalte ich ganz schnell auf Durchzug. Einzige Ausnahme: Batman. Denn der dunkle Rächer ist kein Übermensch, sondern muss sich dank fehlender Superkräfte auf seine Intelligenz und Gadgets verlassen. Alles was ich am Batman Universum liebe und schätze, bekomme ich in Arkham City geboten: Düstere Atmosphäre, abgedrehte Superschurken und einen verletzlichen Helden. „Batman: Arkham City“ sieht fantastisch aus, ist vollgestopft mit Nebenmissionen und hat mich mit einem Ende konfrontiert, von dem ich bis heute nicht weiß, ob ich es gut oder schlecht finden soll.


Dark Souls

Wenn ich in der Liste gewichten müsste, dann wäre „Dark Souls“ sehr wahrscheinlich auf Platz 1 gelandet. In kein anderes Spiel habe ich letztes Jahr so viel Zeit gesteckt, nirgendwo bin ich öfter gestorben. Bei „Dark Souls“ fühle ich mich wie unter der Aufsicht eines strengen Zen-Meisters, der mir bei jedem noch so kleinen Fehler einen Schlag mit dem Bambusrohr verpasst. Aber ich will mich vor ihm beweisen, besser werden, die Herausforderungen meistern. Denn „Dark Souls“ ist trotz oder gerade wegen seiner hohen Anforderungen der Beweis dafür, dass mit Geduld, Respekt und Konzentration jedes Spiel machbar ist.


Deus Ex: Human Revolution

Spätestens seit dem brillanten Live-Action-Trailer war der Hype für mich perfekt. Zwar war die spielerische Freiheit im Endeffekt nicht so groß, wie im Vorfeld versprochen wurde, doch das war mir egal. Was mich an Deus Ex von Anfang an gereizt hat war das Cyberpunk-Setting im Jahre 2027. Wie sich nämlich „Deus Ex: Human Revolution“ dem Thema Transhumanismus nähert finde ich nach wie vor faszinierend: Anstatt mahnend den Zeigefinger zu heben, konfrontiert mich „Deus Ex: Human Revolution“ mit unterschiedlichen, plausiblen Standpunkten, aus denen ich mir dann meine ganz eigene Meinung zu diesem ethisch heiklen Thema basteln darf.


To the Moon

Vermutlich der Geheimtipp 2011. „To the Moon“ braucht weder HD-Grafik noch professionelle Sprecher, um seine bewegende Geschichte zu erzählen. Tatsächlich schafft es „To the Moon“ mit seiner 16-Bit Grafik, den minimalistischen Gesichtsanimationen und nicht zuletzt mit seiner fabelhaften Musik, genau die richtigen Töne zu treffen. „To the Moon“ tänzelt leichtfüßig zwischen Tragik und Komik und hat mich mit seiner wunderbar erzählten Geschichte zutiefst berührt. Und wenn ein Videospiel das schafft, dann muss es eine ganze Menge richtig gemacht haben.


Rayman Origins

Mehr gute Laune in einem Spiel geht einfach nicht. Schon nach wenigen Minuten hatte ich ein seliges Grinsen im Gesicht und fühlte mich wieder wie ein kleines Kind. Ich bin nicht unbedingt der größte Freund von Jump’n’Runs, aber vor „Rayman Origins“ konnte ich mich beim besten Willen nicht verschließen. Wunderschön gemalte Landschaften, urkomische Animationen und der herrlich chaotische Mehrspielermodus machen „Rayman Origins“ zu einem meiner Spiele des Jahres.


Limbo

Lange erwartet, 2011 endlich da: „Limbo“ im PSN und auf Steam. Die Atmosphäre hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. So habe ich mich dann auch an einem verregneten Sommertag ohne Pause durch Limbos triste Welt gespielt. Nach wie vor begeistert mich das konsequent eingesetzte Stilmittel der Reduktion, welches sich in Grafik, Musik und Story niederschlägt.


Outland

Zugegeben: Den geistigen Vorfahren „Ikaruga“ habe ich nie gespielt. Das ist aber auch gar nicht nötig um „Outland“ zu mögen. Denn wenn man erst mal die Fähigkeit erlangt hat, die Polung seiner Spielfigur zu ändern, gerät man schon nach kurzer Zeit in einen regelrechten Flow. Dann nämlich hat „Outland“ seine stärksten Momente: Wenn blaue und rote Kugeln den Bildschirm in ein kleines Kunstwerk verwandeln, das man dank der Farbwechsel-Mechanik schnell und elegant meistert.


Portal 2

„Portal 2“ ist so dermaßen rundgelutscht und aalglatt, dass es eigentlich als perfekt gelten müsste. Wenn ich ehrlich bin, wüsste ich auch gar nicht was man da überhaupt noch verbessern könnte. Der Humor trifft genau wie Teil 1 meinen Geschmack, die Puzzles wurden um interessante Elemente wie Gels, Lichtbrücken und Laser ergänzt und der Koop-Modus ist sowieso göttlich. Womit „Portal 2“ andere Spiele aber so richtig alt aussehen lässt, ist die Art und Weise wie es seine Geschichte fast ausschließlich über die Levelarchitektur transportiert.

The Elder Scrolls V: Skyrim

Ich könnte so viel aufzählen was mich an „Skyrim“ stört. Das fragwürdige Verhalten der NPCs, das öde Kampfsystem, die kleinen und großen Logikfehler. Aber dann stehe ich plötzlich wieder auf der Spitze eines Berges. Der Schnee wird mir um die virtuelle Nase geweht und irgendwo über mit kündigt sich ein Drache mit seinem Gebrüll an. Und vor mir, ja, da breitet sich die wohl prächtigste Landschaft aus, die ich wohl je in einem Videospiel gesehen habe. Spätestens dann weiß ich, dass mir all die kleinen Schönheitsfehler egal sind.


The Binding of Isaac

Eine verfluchte Mistsau von Spiel! Puh. Das tat gut. Obgleich man „The Binding of Isaac“ in höchstens einer Stunde durchspielen könnte, braucht es seine Zeit um den kleinen Isaac das erste Mal erfolgreich ans Ziel zu bringen. Schuld daran ist der zufällige Aufbau der Level. Kein Anlauf gleicht dem vorherigen, weil Räume, Gegner und Items komplett neu verteilt werden. Darüber hinaus wartet „The Binding of Isaac“ mit einem bösartigen Humor auf, gegen den „Super Meat Boy“ fast schon brav wirkt.


Der Rest:

Schönster Soundtrack: Bastion
Bester Bosskampf: Mr. Freeze (Batman: Arkham City)
Größte Enttäuschung: Dragon Age 2
Bester Character: GLaDOS (Portal 2)
Ungefährlichster LSD-Trip: El Shaddai – Ascension of the Metatron

2 Gedanken zu „Jahresrückblick 2011: Knöpfe drücken

  1. Bis auf Skyrim, Rayman und Bastion habe ich (noch) nichts von deiner Liste gespielt. Arbeite unter Hochdruck noch die Jahre 1997-2010 auf. Echt schlimm. So viel Beschäftigung, so wenig Zeit. Freu mich aber schon auf Limbo, Batman und das neue Deus Ex. Ich habe den ersten Teil mit voller Begeisterung gespielt. Würde ich jederzeit rauskramen und noch einmal anfangen. Aber dann hat man ja wieder keine Zeit für die neuen Sachen. Tzz.

  2. Oh ja, das erste Deus Ex habe ich auch zu einer Zeit gespielt als sich alle anderen eine Sehnenscheidenentzündung in Diablo 2 erspielt haben. Es hat geruckelt und ist gerne mal einfach so abgestürzt. Aber wie gut das Ding war! Nach wie vor ein klasse Spiel.

    Und wenn das mit der fehlenden Zeit nur die Spiele betreffen würde… Aber nein, es wollen ja auch Bücher, Filme und Platten nachgeholt werden. Machen wir uns nichts vor: Das ist genug Beschäftigung für zwanzig Leben🙂

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s