Beat Hazard Ultra


Achtung, Achtung! Epileptiker sollten den folgenden Beitrag besser nicht lesen. Denn auch wenn dieser in gewohntem Schwarz-Weiß gehalten ist, so ist das dazugehörige Spiel der audiovisuelle Overkill.

Mit Beat Hazard Ultra hat Entwickler Cold Beam Games eine abgefahrene Kreuzung des Videospielklassiker Asteroids und Musikspielen wie Guitar Hero oder Rock Band geschaffen. Das Grundprinzip ist so simpel wie altbekannt.
Man steuert ein kleines Raumschiff aus der Vogelperspektive und wehrt sich gegen allerlei verschiedene Gegnertypen: Meteoriten, Raumschiffe mit einfachen Lasern, Raumschiffe mit fetten Lasern, Lenkraketen, Traktorstrahlen, Antitraktorstrahlen oder riesige Bossgegner – die Palette ist äußerst groß und abwechslungsreich. Das allein wäre auf Dauer wohl unglaublich öde. Zum Glück gibt es aber die angesprochenen Musikkomponente.

Denn in Beat Hazard Ultra spielt man nicht einfach ein Level bis zum Ende, sondern einen Song bis zur letzten Sekunde. Anhand verschiedener Parameter erkennt das Programm die Struktur und Intensität eines Musikstücks und passt dementsprechend die eigene Schussstärke und das Gegneraufkommen an. Oder anders ausgedrückt: Wenn im Song die Post abgeht, so brennt auch auf dem Bildschirm die Hütte. Gegner vergehen in blitzenden Explosionen, Trümmer pulsieren zum Takt der Musik und der Laser schneidet sich durch eine aberwitzige Zahl von Gegnern. Doch wehe, wenn das gespielte Musikstück mitten im Getümmel ruhigere Töne anschlägt oder gleich ganz verstummt. Denn dann verkommt der eben noch übermächtige Laser zu einer lächerlichen Erbenskanone. Wenn sich der Bildschirm in diesem Moment noch voll mit Gegnern ist, wird man schnell vom Jäger zum Gejagten. Dann helfen meist nur noch die seltenen Superbomben, die bei Benutzung den kompletten Bildschirm leerfegen und scheinbar unmögliche Situationen entschärfen.

Durch die smarte Verknüpfung von quietschbuntem Arcade Shooter und Musikspiel, ergeben sich in der Theorie unendlich viele Levels. Zwar bringt Beat Hazard Ultra schon einen technolastigen Soundtrack mit, doch erst mit dem Import des eigenen Musikordners wird die Angelegenheit so richtig spannend. Da sich kein Song gleich spielt, ertappt man sich schnell dabei, herausfinden zu wollen wie nun dieser oder jene Titel im Spiel funktioniert. Zur Star Wars Melodie den Krieg der Sterne nachstellen? Gern! Zu den Flippers ein Inferno entfesseln? Kein Problem! Beat Hazard Ultra funktioniert mit jedem erdenklichen Genre. Wer es einfach mag, wird sich die Level wohl durch simplen Punk gestalten lassen, während sich die ganz Harten durch Balladen schießen. Und wo sonst hat man schon mal die Möglichkeit seine Lieblingsplatte durchzuspielen? Ganz davon abgesehen, dass Beat Hazard Ultra das vermeintliche Lieblingslied in ein Hassobjekt verwandeln kann, weil man wieder einmal kurz vor Schluss gescheitert ist.

Zwar verspricht die Entdeckungsreise durch die eigene MP3-Sammlung schon genügend unterhaltsame Stunden, Beat Hazard Ultra hat aber noch andere Spielmodi im Gepäck. Bei „Überleben“ gilt es so viele Musiktitel wie möglich zu schaffen, „Boss Rush“ besteht nur aus Endgegnern und in „Chillout“ darf man sich dank unendlich Leben und allen Powerups ganz entspannt bis zum epileptischen Anfall spielen. Ergänzt wird der ohnehin schon ordentliche Umfang durch den Onlinemodus und das motivierende Rangsystem, wo man mit den gesammelten Punkten immer weiter aufsteigt. So werden Stück für Stück neue Extras wie Multiplikatoren, Schilde, Raketen oder mehr Leben freigeschaltet, mit denen noch höhere Highscores geknackt werden können.

Fazit: Beat Hazard Ultra ist vermutlich die beste LSD-Simulation der Welt und jeden Cent seines kleinen Preises wert.

Anmerkung:
Beat Hazard ist schon längere Zeit über Xbox LIVE Arcade und Steam erhältlich. Das hier besprochene Ultra-Pack ist bislang nur über Steam erhältlich. Sorry Xboxer!

Entwickler: Cold Beam Games
Plattform: PC (Steam)
Erscheinungsjahr: 2011

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