Mumford & Sons – Astra – 15.04.10

Wieso die meisten Leute schon beim Wort „Folk“ gedanklich abschalten, will sich einem nach dem Konzert von Mumford & Sons am 15. April 2010 im Berliner Astra nicht so ganz erschließen. Aber der Reihe nach.

Ein formidabler Support Act namens Johnny Flynn sollte die Massen (keine Übertreibung!) auf den Hauptact des Abends einstimmen. Zumindest stilistisch waren der junge Herr und seine vier Begleiter nicht weit von Mumford & Sons entfernt. Johnny Flynn wechselte im Verlauf des Auftritts seine Instrumente wie andere Leute Unterhosen und exerzierte damit eine beeindruckende Bandbreite an Stilen: Über irischen Folk, waschechten Country, bis hin zu Bluesklängen war für jeden Geschmack etwas dabei. Insgesamt ein Support der wie die Faust aufs Auge gepasst hat.

Nach gut 40 Minuten Spielzeit und einer gefühlten Ewigkeit von Umbaupause traten schließlich die 4 Briten von Mumford & Sons auf die Bühnenbretter des Astras. Stilsicher wurde mit „Sigh No More“ eröffnet – die Massen waren sofort Feuer und Flamme für eine offensichtlich bestens aufgelegte Band.

In dem Set, das so gut wie alle Titel des Debütalbums berücksichtigte, fanden sich auch zwei völlig neue Songs. Das von der Band bisher so getaufte „Untitled“ und „Whispers In The Dark“ versprühten zunehmend rockigere, aber nicht weniger wärmende Töne. Der Vorfreude auf den nächsten Output hat es jedenfalls nicht geschadet.
Furiose Songs wie „Little Lion Man“ oder auch „Dust Bowl Dance“ wechselten sich mit eindringlichen und ruhigen Stücken wie „Thistle & Weeds“ und „Timshel“ ab.

Die an sich sehr runde Setlist wurde durch die Spielfreude und pure Freundlichkeit der Band nur noch mehr veredelt. Gut aufgelegt spielte man sich untereinander und dem Publikum die Bälle zu. Natürlich durfte dabei das „Wir-als-Engländer-lassen-uns-deutsche-Wörter-beibringen-oder-stellen-unsere-Deutschkenntnisse-auf-die-Probe-Spiel“ nicht fehlen. Sowas hat ja leider meistens den Beigeschmack einer völlig kalkulierten Situation. Wenn sich aber ein Marcus Mumford beim Klang des Wortes „Kuh“ so herrlich vor Lachen zerschießt, sind die Zweifel an der Aktion wie weggewischt. Derlei Zwischenspäße wurden immer wieder eingestreut und ließen das Sympathiebarometer für die Band bald durch die Decke schießen.

Diese Herzlichkeit gepaart mit den ohnehin schon treibenden Songs ist wohl der Grund warum eine junge Band wie Mumford & Sons es schafft für ausverkaufte Häuser zu sorgen und diese auch noch in wahre Hexenkessel zu verwandeln.
Was bleibt ist die Erinnerung an ein wirklich großartiges Konzert und das Versprechen sich beim nächsten Gig einen Platz weiter vorne zu sichern.

Setlist:

01. Sigh No More
02. Awake My Soul
03. Roll Away Your Stone
04. White Blank Page
05. Untitled
06. I Gave You All
07. Little Lion Man
08. Lover Of The Light
09. Thistle & Weeds
10. Timshel
11. The Cave
12. Dust Bowl Dance
13. Whispers In The Dark

Johnny Flynn auf MySpace
Mumford & Sons auf MySpace

Drei wirklich hervorragende Konzertaufnahmen sind in Form von Videos angehängt. Vielen Dank für’s Mitschneiden an Youtuber jedi61!

Ein Gedanke zu „Mumford & Sons – Astra – 15.04.10

  1. jaa ich kann dir, wie so oft nur zustimmen! und toll dass du videos gefunden hast, die auch noch in recht guter qualität sind *.*

    konzert war einfach wunderbar, und du hast vollkommen recht….nächstes mal MÜSSEN wir weiter vor ^^

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