Frank Turner – Magnet Club – 11.12.09

Frank Turner hat es geschafft. Als Support für The Gaslight Anthem Anfang 2009 in Deutschland unterwegs, sein nun auch in Deutschland veröffentlichtes Album „Love, Ire & Song“ und jetzt das neueste Werk „Poetry Of The Deed“. Was fehlt da noch? Richtig, die erste echte Headlinertour, die sich nach vereinzelten Festivalauftritten ja förmlich aufgezwungen hat. Glücklicherweise stattete der grundsympathische Engländer auch Berlin einen Besuch ab.

Der Magnet Club sollte die Bühne für diesen Abend stellen und erheiterte mit seiner komischen Architektur (der Bühnenbereich hat die Form eines Korridors) die beiden Finnen Jaako & Jay, die der Support Act dieser Tour waren. Der Auftritt der beiden bestand zu fünfzig Prozent aus Stand-Up-Comedy und zu 50 Prozent aus unfassbar schnellem Folkpunk. Als geradezu minimalistisch könnte man das Equipment der zwei Irren beschreiben: Mehr als eine Snare Drum, ein Becken und eine Gitarre braucht es nicht um das Publikum mächtig anzuheizen. Auch wenn anfangs sichtliche Verwirrung wegen den beiden herrschte („Meinen die das ernst?“), wurde das Eis rasch gebrochen und zumindest die vorderen Reihen haben die Finnen gehörig abgefeiert. Deren Album „War Is Noise“ hat nach dem Konzert auch noch seinen Weg in meine Hände gefunden. Fazit: Kurzweiliger Folkpunk der mächtig Spaß macht. Unbedingt mal auf Myspace reinhorchen!

Nach einer Umbaupause betrat ein gut gelaunter Frank Turner die Bühne, diesmal selbstverständlich mit Band und nicht wie noch im Februar allein. Die gute Laune schien ansteckend zu sein denn auch der Rest der Band war bestens aufgelegt. Einzig Drummer Nigel Powell schien an diesem Abend dagegen immun zu sein. Sei’s drum, Turner verstand es bestens auch den Rest des Publikums anzustecken. Schon die ersten Takte von „Live Fast, Die Old“ haben den kompletten Bühnenbereich zum Tanzen gebracht. Auch für Späße und Ansagen blieb zwischen der gut durchmischten Setlist reichlich Platz. Ob nun der Mundharmonika-Part in „Dan’s Song“ von jemandem aus dem Publikum (Daaaaaaarren!) übernommen wurde, Keyboarder Matt Nasir eine kleine Deutschstunde mit Frank auf der Bühne abhält oder Westernhagens „Freiheit“ angestimmt wurde – die Chemie hat an diesem Abend gestimmt. Erstaunlich auch die Textsicherheit unter den Feiernden: Man bedenke dass Turner Anfang des Jahres so gut wie unbekannt in Deutschland war. „The Real Damage“ und das abschließende „Photosynthesis“ wurden an diesem Abend unter Mitwirkung des Publikums ihrem Hymnencharakter durchaus gerecht. Sogar „Sons of Liberty“, mit dem ich auf der Platte nicht warm geworden bin, hat mich live weggeblasen.

Für Frank Turner war es ein fabelhaftes Jahr. Und für mich eines der Top 3 Konzerte 2009.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass er uns bald wieder beehrt.

Setlist:
01. Live Fast Die Old
02. Reasons Not To Be An Idiot
03. Long Live The Queen
04. Substitute
05. Try This At Home
06. Dan’s Song
07. The Real Damage
08. Poetry Of The Deed
09. Isabel
10. Love, Ire & Song
11. Sons Of Liberty
12. I Knew Prufrock Before He Got Famous
13. The Road
14. The Ballad Of Me And My Friends
15. Photosynthesis

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