Kings Of Convenience – Declaration Of Dependence

koc - declaration of dependceSelten kann man anhand des Plattencovers erkennen wie die Musik dahinter klingt. Die Kings Of Convenience schaffen mit ihrem dritten Album „Declaration Of Dependence“ genau das. Die Szenerie: Die zwei Norweger Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye sitzen an einem Strand. Bøe scheint etwas auf seiner Gitarre zu spielen, Øye schaut verträumt in die Brandung. Und so bewegt sich auch die Musik der zwei Norweger wie schon auf den Vorgängeralben „Quiet Is The New Loud“ (2001) und „Riot On An Empty Street“ (2004) in gemäßigten, ja sogar zurückhaltenden Bahnen.

Bøe und Øye haben während ihrer fünfjährigen Tour 13 zerbrechliche Folk-Songgebilde gestrickt, die so unschuldig sind dass man ihnen den Kopf tätscheln möchte. In Norwegen scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Der Motor ist nach wie vor das ausgefeilte Picking auf der Gitarren und bis auf ein paar leichte Schläge auf den Körper dieses Instruments fehlt Percussion oder gar Schlagzeug komplett. Hin und wieder schaut mal ein Bass oder eine Viola vorbei, aber das bleibt die Ausnahme. Große Veränderungen sind scheinbar auch nicht nötig, funktioniert dieses Rezept doch schon seit acht Jahren.

Aufgrund der Tatsache, dass alle Songs nach dem immer gleichen Muster aufgebaut sind, müssen sich die beiden Norweger den Vorwurf der Einfallslosigkeit gefallen lassen. Vergleichen könnte man „Declaration Of Dependence“ mit einer riesigen Tüte Popcorn: Anfangs schiebt man sich eine Hand nach der anderen in den Mund und kaut vergnügt darauf herum („24-25“, „Mrs. Cold“). Dann beißt man auch mal auf ein hartes Maiskorn, welches dem bisherigen Vergnügen ein wenig Ernst beimengt („Boat Behind, „My Ship Isn’t Pretty“) und während die Tüte immer leerer wird, hat man irgendwann genug von dem süßen Stoff.
Oder anders ausgedrückt: Die Gleichförmigkeit wird gegen Ende zur Langeweile. Das liegt kurioserweise nicht an der Qualität der Songs, sondern schlicht daran dass auf Dauer die Abwechslung fehlt. Einzig „Peacetime Resistance“ vermag da gegen Ende mit seiner aufgeweckten Viola nochmal wachzurütteln.

Ungeachtet dessen laden die intensiven Texte zum Zuhören ein. Wie kaum anders zu erwarten dreht sich der Großteil um Herzensangelegenheiten bei denen solche Zeilen wie ‚Dreams burn, but in ashes are gold‘ („24-25“) aus dem Ärmel geschüttelt werden. Kritischere Zeilen wie ‚Explain me one more time, when they kill it’s a crime, when you kill it’s justice‘ („Rule My World“) spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Dass nicht jedermann etwas mit einer Platte anfangen kann, die die Zurückhaltung und Gemütlichkeit mehr zelebriert als beispielsweise ein Jack Johnson, ist vollkommen verständlich. Für einen ausgedehnten Nachmittag in der Hängematte taugt die Platte jedoch allemal. Die Kombination aus federleichtem Gitarrenspiel und den beiden harmonisierenden Stimmen ist ein Garant für Entspannung und klingt bisweilen sehr stark nach Simon & Garfunkel. Letztendlich bleibt „Declaration Of Dependence“ eine Feel-Good-Platte die man in Maßen genießen kann/sollte und wohl auch nur so funktioniert. Etwas mehr Abwechslung könnte in Zukunft trotzdem nicht schaden.

Tracklist:
01. 24-25
02. Mrs. Cold
03. Me In You
04. Boat Behind
05. Rule My World
06. My Ship Isn’t Pretty
07. Renegade
08. Power Of Not Knowing
09. Peacetime Resistance
10. Freedom And Its Owner
11. Riot On An Empty Street
12. Second To Numb
13. Scars On Land

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