Spinnerette – Spinnerette

spinnerEhepartner sollen sich ja mit der Zeit immer ähnlicher werden. Brody Dalle, ihres Zeichens Frontfrau der mittlerweile aufgelösten Punkband „The Distillers“ und gleichzeitig Ehefrau von Queens Of The Stone Age Mastermind Josh Homme, macht da scheinbar keine Ausnahme.
„The Distillers“ sind Geschichte, die Gegenwart und Zukunft heißt „Spinnerette“. Dabei handelt es sich nach Aussagen von Dalle um Musiker mit denen sie gerade zusammenarbeiten will. Einer davon ist der ehemalige Queens Of The Stone Age Bassist Alain Johannes. Und ja – soviel vorweg – das merkt man dem Sound des Debüts an.

Der Opener „Ghetto Love“ wildert dann auch ganz ungeniert im QOTSA Revier. Wenn Brody Dalles Gesang nicht wäre, könnte man meinen es handele sich um ein neues Stück der Wüstenrocker. Ob man das positiv oder negativ wahrnimmt, ist ja letztendlich Geschmackssache. Dass es aber schlichtweg falsch wäre Spinnerette Ideenlosigkeit zu unterstellen zeigt der weitere Verlauf des Albums. „All Babes Are Wolves“ ist an sich nicht sonderlich originell, überzeugt aber mit Arschtritttempo und einem fast schon unverschämt eingängigem Refrain. Bei „Baptized By Fire“ schlägt der Zeiger deutlich in Richtung catchy Elektropop aus. „Sex Bomb“ wird seinem Namen nicht gerecht und ertrinkt in platten Lyrics. Ja, die Texte. Die gewinnen nun wirklich keinen Preis für Kreativität. Beispiel gefällig?
I want you to be my daddy / love you only no other daddy can tell me what to do – Naja!
Beim „Driving Song“ hat man dreist bei sich selbst geklaut. Oder warum klingt das Ding wie ein verlangsamtes „Ghetto Love“? Dass es langsam auch anders gehen kann zeigt der Schlusstitel „A Prescription For Mankind“: Nicht nur langsam, nein dieser ist geradewegs träge und entfaltet dabei eine hypnotische Wirkung, die man nach den vorangegangen Stücken nicht mehr erwartet hätte.

Was bisher völlig unter den Tisch gefallen ist, ist Brody Dalles eigenwillige Stimme. Ohne die würden nämlich einige Stücke der Platte gänzlich in Bedeutungslosigkeit versinken. Dalle versucht hörbar mit ihrem kratzbürstigen Organ zu variieren. Trotzdem überwiegt die Anzahl der Titel in denen sie ihre Krallen ausfährt und wild um sich beißt. Eine Nummer wie „Distorting A Code“ mit Dalle als singende, brave Nonne bleibt die Ausnahme.

Eine interessante Stimme allein reicht nun mal nicht. Man wird das Gefühl dies und das bei Kollegen schon mal besser gehört zu haben nie ganz los. Ohne Frage sind auch ein paar tolle Nummern auf der Platte vertreten, nur gehen die in der Menge von belanglosen Titeln schnell unter. Der „glass-shard lollipop“ mit der das Debüt von Bandseite metaphorisiert wird, besteht letztendlich aus einer ganze Menge Gummischerben. Und zumindest ich habe an dem knarzigen Queens Of The Stone Age Einschlag Gefallen gefunden. Für eine lange Autofahrt reichts allemal.

Tracklist:

01. Ghetto Love
02. All Babes Are Wolves
03. Cupid
04. Geeking
05. Baptized By Fire
06. A Spectral Suspension
07. Distorting A Code
08. Sex Bomb
09. Driving Song
10. Rebellious Palpitations
11. The Walking Dead
12. Impaler
13. A Prescription For Mankind

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