Munich – Those Who Dare

munich-those-who-dareWir befinden uns in Århus, Dänemark. Århus zählt um die 200.000 Einwohner, liegt an der Ostküste des Landes und ist auch eines der musikalischen Zentren Dänemarks. Aus eben jener Stadt kommt auch die Formation um die es im Folgenden gehen soll. Munich machen Rockmusik im weitesten Sinne. Da das aber unglaublich schwammig ist, lasse ich derlei Kategorisierung mal sein und komme zu wichtigeren Dingen. Munichs Debütalbum zum Beispiel.

Bei Munichs Erstlingswerk fühlt man sich bisweilen an das Meer mit all seinen Facetten erinnert. Mal wütende, peitschende Wellen, dann wieder mit ein sanfter Seegang, der zum Träumen einlädt. Glitzernde Momente, wenn sich das Sonnenlicht auf der Meeresoberfläche bricht, gefolgt von düsteren Passagen, die an einen Tauchgang in der Tiefsee erinnern.

Der Beginn des Albums weckt die Aufmerksamkeit des Hörers: Kitchendoors, The Young Ones und Eyes Of Glass kommen unglaublich eingängig daher und setzen sich sofort in den Gehörgängen fest. Die folgenden Songs verlangen da sehr viel mehr Ausdauer seitens des Hörers. Diese drei Stücke geben auch gleich die Richtung von Those Who Dare vor: Ein ständiges Auf und Ab der Stimmungen. Aber eben das zeichnet diese Platte auch aus und wird von Munich regelrecht zelebriert. Die Meermetapher kommt nicht von ungefähr.

Gerade springt einem noch das lebensbejahende „The Young Ones“ entgegen. Im nächsten Moment wird man in „Sea Ports“ wie eine kleines Schiffchen auf stürmischer See hin und her geworfen. Songs wie The Young Ones bleiben übrigens in der Unterzahl. So beschwingt geht es selten auf Munichs Spielwiese zu. Melancholie regiert den Großteil der Platte.

Die besten Momente kommen immer dann zum Vorschein wenn Mikael Kærsgaards und Karin Nielsens Stimmen in einem Song zusammenfinden. Beide ergänzen sich perfekt und sorgen für eine wunderschöne Harmonie. Über den Verlauf des Albums wird auch klar worauf Munich ihren Fokus gesetzt haben: Interessante Arrangements, die mal wuchtig und dann wieder unendlich idyllisch daherkommen. Die Texte sind bis auf wenige Ausnahmen recht kompakt und einfach gehalten.

Eine Überraschung taucht dann nochmal in Form von „Two Seconds“ auf. Das Stück ist sicherlich der Sonderling des Albums, stellt aber keineswegs einen Fremdkörper dar. Die Intensität und Dramatik des Songs sind es, die den Hörer überrumpeln. Als ob sich das kleine Schiffchen mit dem Hörer an Bord durch eine letzte große Sturmfront kämpfen muss, um den sicheren, nach all den Strapazen unwirklich erscheinenden Heimathafen namens „Vapour Trails“ zu erreichen. Hier und da durchquert man im Hafenbecken eine Nebelbank, bevor man wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Zusammenfassend bietet sich noch einmal die Metapher zu Beginn an. Man kann wie ein Strandbesucher im Sommer seinen Spaß am Meer haben. Die volle Pracht wird sich aber nur denen erschließen, die auch im bitterkalten Winter ins Wasser springen. Der Titel des Albums ist also treffend gewählt.

Tracklist:
01. Kitchendoors
02. The Young Ones
03. Eyes Of Glass
04. Summer Breeze
05. Sea Ports
06. Juliet Said We Were Soldiers
07. Livingroom Radiations
08. The Dam
09. The Disappearance In The Back of His Skull
10. Two Seconds
11. Vapour Trails

Ein Gedanke zu „Munich – Those Who Dare

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