Wer auch immer auf die Idee kam, eine Stadt in den Wolken zu errichten, kann sich meines ewigen Zorns gewiss sein. So dachte ich zumindest, als ich in der Rolle von Privatdetektiv Booker DeWitt in einer Ein-Mann-Rakete in die Höhe geschossen wurde. 5.000 Fuß, 10.000 Fuß – an dieser Stelle meldete sich kurz mein alter Kumpel Höhenangst – dann 15.000 Fuß und schließlich ein lakonisches “Halleluja”. In einem kurzen Moment, in dem sich die Rakete noch nicht entschieden hatte, ob sie weiter steigen oder der Schwerkraft nachgeben sollte, entfaltete sich vor mir das Panorama Columbias. Mit einem reflexartigen “HALLELUJA!” erwiderte ich die Worte der elektronischen Stimme, so wie es Gläubige gegenüber ihren Predigern tun. Weiterlesen
Archiv des Autors: Sven
Dotale Verwirrung
“Wenn du einen Key für Dota 2 möchtest, dann melde dich einfach. Hab‘ eh noch zwanzig Stück rumliegen!” “Mhm, jaja, mache ich. Lass uns später drüber quatschen.” Von wegen. Natürlich habe ich das nicht gemacht. Erfahrungswerte zeigen aber, dass man der Dota 2-Drückerkolonne mit solchen Antworten am besten beikommt. Gegen solch eine harmlose Notlüge ist schließlich nichts einzuwenden. Vor allem weil ich noch heute an den traumatischen Erlebnissen mit Dota, Warcraft 3 und dem Battle.net zu knabbern habe. Weiterlesen
Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Was hat er sich dabei nur gedacht? Es gibt ja weiß Gott nicht viele Menschen auf diesem Planeten, die einen Schnauzbart tragen können, ohne damit komplett bescheuert auszusehen. Nick Cave ist so jemand. Besser gesagt: Er war so jemand. Von der selbstbewussten Gesichtsbehaarung war bereits im Trailer zum neuen Album “Push The Sky Away” nichts mehr zu sehen. Weiterlesen
Django Unchained
Sehr geehrter Herr Tarantino,
meine Vorfreude auf Ihren neuen Film hielt sich in Grenzen. Den Kinostart habe ich direkt verschlafen und auch das Drehbuch, welches vorab im Netz zu lesen war, hat mich nicht die Bohne interessiert. Dabei mag ich Ihr Schaffen. Weiterlesen
Nur noch eine Folge
Vor nicht allzu langer Zeit war es wieder soweit: Games suchen ein Zuhause aka der Steam Wintersale ging zu Ende. Jene alljährliche Aktion, bei der Spiele einzeln oder gebündelt zu Spottpreisen verschleudert werden. Viele Menschen pflegen eine innige Hassliebe zu dem Spektakel. Einerseits lässt sich die eigene Sammlung günstig auf Vordermann bringen, andererseits macht Kleinvieh bekanntlich auch Mist, was hier gleichbedeutend mit einem größer werdenden Loch im Geldbeutel ist. Doch das Schlimmste steht den meisten erst noch bevor. Hinterher, wenn das Geld bereits über die virtuelle Ladentheke gewandert ist, zeigt der Wintersale sein wahres Gesicht. Weiterlesen
52 Games #52: Abschied
Was, schon? Das kam nun etwas überraschend. Aber es stimmt tatsächlich: Das letzte Thema des 52-Games-Projekts ist erreicht und irgendwie fühlt es sich überhaupt nicht so an, als ob das Ganze vor ziemlich genau einem Jahr gestartet wäre. Für Tränen verdrücken und Taschentuchwedelei soll hier aber kein Platz sein. Eine Retrospektive auf das Projekt wird es in naher Zukunft sicherlich auch noch geben, für den Moment soll sich aber alles – ganz passend – um Abschied drehen: Weiterlesen
Jahresrückblick 2012: Knöpfe drücken
Es war eigentlich ganz anders geplant. Ursprünglich sollte der letzte Teil des Jahresrückblicks bereits gestern erscheinen. Aber ich habe Neujahr und die Folgen meiner nur fünfstündigen Nachtruhe unterschätzt. Anstatt also nochmal alle gespielten Titel vor meinem geistigen Auge Revue passieren zu lassen, schwebte ich in einem Zustand extremer Grogginess durch den Tag. Interessiert euch bestimmt herzlich wenig, ich wollte es trotzdem mal erwähnt haben. Genug der vollkommen unnötigen Rechtfertigungen. Kommen wir zum eigentlichen Thema. Weiterlesen
Jahresrückblick 2012: Sehen
Wenn man beim mehr oder weniger regelmäßigen Aufräumen immer wieder zerknüllte Kinokarten aufstöbert, lässt das genau zwei Schlüsse zu: Entweder man besitzt keinen Mülleimer oder man war verdammt oft im Kino. Nach reiflicher Überlegung und Inspektion der eigenen Wohneinheit, kann ich guten Gewissens behaupten: Ich habe einen Mülleimer (einen randvollen sogar!). Meinen Vorsatz, für 2012 wieder öfter die Lichtspielhäuser meiner Stadt von innen zu sehen, möchte ich an dieser Stelle also als Erfolg verbucht wissen. Weiterlesen
Jahresrückblick 2012: Hören
Ist es wirklich schon wieder soweit? Ja, tatsächlich. Ein Blick auf den Kalender macht mit sämtlichen Zweifeln kurzen Prozess. Das Jahr 2012 ist im Begriff zu enden. Natürlich ist die Welt nicht am 21.12. untergegangen. Wäre aber auch zu schön gewesen, denn dann könnte ich mir das alles jetzt sparen. Tschuldigung. Auch die schlechten Witze müssen gemacht werden. Natürlich macht das hier alles weiterhin großen Spaß, selbst wenn der Dezember eher arm an Beiträgen gewesen ist. Nichtsdestotrotz würde ich nun ganz gern zum Punkt kommen: Jahresende ist Jahresrückblickzeit! Wie schon 2011 wird das Ganze erneut in drei Akten über die Bühne gehen: Hören, Sehen, Knöpfe drücken, eben. Weiterlesen
Tod im Anzug

Noch 90 Sekunden. Kurz zurücklehnen, Luft holen, konzentrieren. Ich kauere in einem Besenschrank. Durch einen Spalt behalte ich die schmutzigen Toilettenräume eines Stripclubs im Blick. 60 Sekunden. Meine Klamotten müffeln ziemlich stark. Vielleicht weil sie dem bewusstlosen Rausschmeißer gehören, der sich den Schrank mit mir teilt. 45 Sekunden. Ruhig bleiben. Bisher läuft alles wie geschmiert. Ich gehe alles nochmal im Kopf durch: Exakt 110 Sekunden nachdem ich dem Typ neben mir die Kleidung gestohlen und ihn im Schrank verstaut habe, wird Dom Osmond die Toiletten betreten. Zum letzten Mal. 20 Sekunden. Alternativ hätte ich ihn auch mit einer Diskokugel erschlagen oder ihn durch die nicht so kugelsichere Scheibe eines Separees erledigen können. Egal, der Plan lässt sich jetzt nicht mehr ändern. 10 Sekunden. Weiterlesen